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Auszug aus:

Ronald D. Davis

                             Die
                          unerkannten
                               Lerngenies

Mit  der     Davis-Methode Lernstörungen beheben

ARISTON-Verlag, Kreuzlingen/München 2004 - ISBN 3-7205-2508-2

 

3.  Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom

(S. 39-53)

Erlauben Sie mir, eine typische Szene zu schildern, bevor wir in die entwicklungsmässigen Gesichtspunkte des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms eintauchen. Sie beleuchtet das allgemeine Unverständnis, das diesem Zustand entgegenschlägt. Die beiden Hauptpersonen sind ein fünf- oder sechsjähriger junge und seine Kindergärtnerin.

Eine typische ADS-Szene

Unser junge ist ein typisches ADS-Kind intelligent, kreativ, phantasievoll und hyperaktiv. Er denkt hauptsächlich in Bildern und hat schon viel Zeit damit verbracht, sich durch Desorientierung selbst zu unterhalten.

Unsere Kindergärtnerin hat ihren Beruf gewählt, weil sie Kinder sehr gerne mag. Aber ihre volle Kindergartengruppe fordert sie sehr. Obwohl sie versucht, niemanden zu verurteilen, hat sie unseren jungen schon am ersten Tag als »so ein Kind« identifiziert. Er ist pausenlos in Bewegung und hört ihr nie zu. Durch sein Verhalten im Gruppenraum macht er eine schon schwierige Situation noch schlimmer.

Die ersten paar Tage sind für alle Kinder nicht leicht, aber die m eisten finden irgendwann in den Ablauf hinein nur dieser junge nicht. Womöglich wird sein Verhalten sogar noch schlimmer. Er gibt nie Ruhe. Er ist immer überall.

Auf dem Hof kommt es eines Morgens zum Eklat. Die Kindergärtnerin sieht, wie er sich an sechs oder sieben Kindern vorbeidrängelt, die an der Rutsche anstehen. Er drückt sie einfach beiseite, klettert hinauf und rutscht vor ihnen herunter. Das schockiert sie. Sein Gebaren ist nicht nur unhöflich, es ist auch gefährlich. Sie kann ein solches Verhalten nicht dulden. [ 40 ]

Also fasst sie ihn an den Schultern, als er an ihr vorbeigeht, um noch einmal zu rutschen. Er versucht sich loszumachen, aber sie hält ihn fest. Sie beugt sich zu ihm hinunter und sagt mit ihrer strengsten Stimme: »Sieh mich an!«

Wenn er sie anschaut, sagt sie zu ihm: »Was du getan hast, ist falsch. Du musst warten, bis du dran bist! Verstehst du mich? Du rutschst erst, wenn du dran bist!«

Der junge schaut sie direkt an, nickt und sagt: »Ja!«

Die Kindergärtnerin lässt seine Schultern los und stellt sich wieder gerade hin. Er rennt sofort zur Leiter, schiebt sich an einigen Kindern vorbei, klettert hinauf und rutscht herunter. jetzt ist sie wirklich entsetzt. Frustriert packt sie ihn an den Schultern, bringt ihn weg vom Hof und verordnet ihm eine »Auszeit« oder was immer sonst an Disziplinarmaßnahmen erlaubt ist.

Die Kindergärtnerin ist verwirrt und unsicher, was sie als Nächstes tun soll. Der junge sagte, er verstehe sie, und tat dann genau das, was sie ihm gerade verboten hatte. Ohne Intervention, Verhaltenstherapie oder vielleicht eine Droge wie Ritalin sieht sie keine Hoffnung, ihn zu erreichen oder gar zu kontrollieren.

Eine Analyse

Was gerade vorgefallen ist, hat die Kindergärtnerin verwirrt. Aufgrund ihrer Erfahrung und ihres Verständnisses der Situation erscheint ihre Schlussfolgerung selbstverständlich. Schließlich denkt sie aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung, Verhaltenstherapie und Ritalin seien die einzigen Möglichkeiten, mit denen sie diesen jungen erreichen könne.

Aber dies ist nicht wirklich eine Lösung, weil sie das eigentliche Problem nicht berührt. Die Kindergärtnerin erfasst nicht, dass sie es vielleicht deswegen so sieht, weil sie ADS nicht versteht Sie denkt, der junge habe sich vielleicht so benommen, um sie zu ärgern. Ihre Schlussfolgerung erscheint logisch, aber sie ist falsch.

Wenn man die Neigung des jungen, in Bildern zu denken, sein Erfahrungswissen und seine eingeschränkte Fähigkeit, dasjenige zu verstehen, was sie ihm gesagt hat, bedenkt, dann tat er genau was sie sagte. So sieht es in der Realität aus.

Damit wir das verstehen, müssen wir berücksichtigen, dass der junge keinen richtigen Be griff von seinem Selbst oder von Veränderung hat. Sein Erfahrungswissen von Konsequenz ist falsch, ebenso sein Begriff von Zeit, Reihenfolge und Ordnung.

Er hat sich entweder ein unrichtiges Verständnis dieser Begriffe geschaffen oder auch gar keines. In der alternativen Realität, die er sich mittels Desorientierung erschafft, verändert sich nur dann etwas, wenn er Lust hat, und Konsequenz existiert überhaupt nicht. Einfache Ideen wie »gut« und »böse« werden aus diesem Blickwinkel heraus verstanden. Gut ist, was er mag; böse Oder schlecht ist, was er nicht mag. Richtig ist, was er will; falsch ist, was er nicht will.

Ohne zutreffende Vorstellungen von den Begriffen Veränderung, Konsequenz und Zeit kann der Begriff Reihenfolge nicht existieren, und die Begriffe Ordnung und Unordnung auch nicht.

Wort für Wort

Schauen wir uns einmal an, was die Kindergärtnerin zu ihm gesagt hat, und interpretieren wir das Gesagte so, wie er es vom Standpunkt des Bilder-Denkers aus verstanden haben mag.

Sie sagt zu ihm: » Was du getan hast, ist falsch!« In ihm geht Folgendes vor:

Das Wort »was« erzeugt kein Bild, also bedeutet es ihm nichts.

Das Wort »du« bedeutet er selbst. Sein Bild dafür ist das, was er im Spiegel sieht.

»Getan hast« versteht er aus zwei Gründen nicht. Erstens drückt es eine Vergangenheit von »tun« aus, die er nicht registriert, weil er kein Verständnis von »vorher« und »nachher« hat. Zweitens erzeugt dieses Wort auch kein Bild, also bedeutet es sowieso nichts. Dieses Wort ist nur ein leerer Fleck in seiner Vorstellung, also hat er immer noch lediglich ein Bild von seinem Spiegelbild.

Das Wort »ist« erzeugt ebenfalls kein eigenes Bild. Weil vorher das Wort »du« kam, verändert sich sein Spiegelbild nicht.

Das Wort »falsch« hat keine Bedeutung, außer vielleicht, dass die Kindergärtnerin ihn nicht mag. Sein mentales Bild ist nun, dass sie ihn an den Schultern hält.

Demnach hat der Junge aus dem ersten Satz verstanden, dass sie ihn an den Schultern hält. Seine Interpretation ist wahrscheinlich: »Sie mag mich nicht.«

Dann sagt sie: »Du musst warten, bis du dran bist!«

In ihm geht Folgendes vor:

Das Wort »du« ruft wieder ein mentales Bild von ihm selbst hervor. Das Wort »musst« erzeugt kein Bild, keine Bedeutung. Das Bild verändert sich nicht.

Das Wort »warten« kann nicht verstanden werden. Warten hängt mit Zeit zusammen. Der einzige Zeitbegriff, den er hat, ist die Gegenwart; wenn er also etwas sieht, dann, dass sie ihn an den Schultern hält.

Das Wort »bist« erzeugt kein Bild, hat keine Bedeutung. Das Bild verändert sich nicht.

Das Wort »du« ruft wieder ein mentales Bild von ihm selbst hervor. Das Wort »dran« erzeugt kein Bild. Es hängt zusammen mit Zeit, Reihenfolge und Ordnung. Nichts davon kann er begreifen.

Das Wort »bist« erzeugt kein Bild, hat keine Bedeutung. Das Bild verändert sich nicht. Keine Veränderung heißt, er hat immer noch das Bild, dass sie ihn an den Schultern hält.

Am Ende des Satzes zeigt sein mentales Bild nach wie vor, dass sie ihn an den Schultern hält. Seine Interpretation ist wahrscheinlich immer noch, dass sie ihn nicht mag.

Sie sagt: » Verstehst du mich?«

In ihm geht Folgendes vor:

Das Wort »verstehst« erzeugt kein Bild, hat keine Bedeutung.

Das Wort »du« ruft wieder ein Bild von ihm selbst hervor.

Das Wort »mich« erzeugt ein Bild davon, dass sie ihn an den Schultern hält.

Am Ende des Satzes zeigt sein mentales Bild nach wie vor, dass sie ihn an den Schultern hält. Das Einzige, was er daraus versteht ist wahrscheinlich immer noch, dass sie ihn nicht mag.

Sie sagt: »Du rutschst erst, wenn du dran bist!«

In ihm geht Folgendes vor:

Das Wort »du« erzeugt wieder ein Bild von ihm selbst.

Das Wort »rutschst« verändert das Bild von ihm selbst in ein Bild von ihm selbst, wie er die Rutsche hinunterrutscht.

Das Wort »erst« bedeutet ihm nichts, verändert das Bild nicht.

Das Wort »wenn« bedeutet ihm nichts, verändert das Bild nicht.

Das Wort »du« verstärkt das Bild von ihm selbst

Das Wort »dran« bedeutet ihm nichts, verändert das Bild nicht.

Das Wort« bist« bedeutet ihm nichts, verändert das Bild nicht.

Am Ende des Satzes sieht er sich die Rutsche hinunterrutschen. Er versteht, er soll hinunterrutschen.

Er sagt »Ja!« als Antwort auf das, was er verstanden hat. Und dann tut er es sofort. Er geht die Leiter hinauf, indem er die anderen Kinder beiseite schiebt, während ihm die Kindergärtnerin ungläubig nachschaut.

Doppeltes Missverständnis

A Auf Grund dessen, was er verstehen konnte, tat der junge genau das, was ihm die Kindergärtnerin seiner Ansicht nach gesagt hatte. Da sie das jedoch nicht wusste, hat sie ihn nicht verstanden.

Es stimmt, dass sein Verhalten unhöflich und vielleicht sogar gefährlich war. Es sollte wirklich korrigiert werden. Aber weder eine Auszeit noch sonstige Strafen, noch Ritalin werden das Verständnis bringen, das dieser Junge braucht, um sein Verhalten zu verändern.

ADS verstehen

Bevor wir uns daran machen, Aufmerksamkeitsstörungen zu korrigieren, wäre es hilfreich zu wissen, was die Medizin darüber sagt. Das MSD Manual ist ein Nachschlagewerk, das im Medizinstudium und von Ärzten benutzt wird. Es beinhaltet und definiert alle bekannten Krankheiten und Zustände und beschreibt heutige diagnostische Verfahren. Die folgenden Ausschnitte sind der vierten (1988) und der sechsten deutschen Ausgabe (1999) entnommen.

Ich habe nur die Teile der Definition verwendet, die wir brauchen, um uns das Verständnis zu erleichtern, und das hervorgehoben, was unsere Abhandlung betrifft.

Aufmerksamkeitsstörungen (ADS)

(Hyperaktivität, Hyperkinese)

»Eine dauernde oder häufig vorliegende Verhaltensweise, die mit nicht altersentsprechender Unaufmerksamkeit und Impulsivität mit oder ohne Hyperaktivität einhergeht.

Diese Definition der American Psychiatric Association (Dia gnostisches und Statistisches Manual, 4., überarbeitete Auflage, DSM-IV) verlagert den Fokus von übertriebener körperlicher Aktivität. Obwohl die Etablierung von Aufmerksamkeitsstörungen als Diagnose sehr schwierig ist, konnte keine Studie das Gegenteil beweisen. Aufmerksamkeitsstörungen sind an Lernstörungen beteiligt und können das Verhalten von Kindern mit jeglichem IQ beeinflussen, mit Ausnahme von Kindern mit mäßiger bis hochgradiger geistiger Retardierung. Sie betreffen ungefähr 5 bis 10 Prozent der Schulkinder, dies entspricht ungefähr der Hälfte der Überweisungen an Spezialkliniken. Aufmerksamkeitsstörungen mit Hyperaktivität und Impulsivität sieht man zehnmal häufiger bei jungen als bei Mädchen. Die Ätiologie ist unbekannt, es gibt diverse Theorien, um die Konzentrationsstörungen auf biochemischer, sensomotorischer oder physiologischer Ebene zu erklären.

Symptomatik und Diagnostik: Hauptzeichen der Konzentrationsstörungen mit oder ohne Hyperaktivität sind Unaufmerksamkeit und Impulsivität. Aufmerksamkeitsstörungen mit Hyperaktivität werden diagnostiziert, wenn die Befunde auf eine Überaktivität hinweisen und Impulsivität des Verhaltens offensichtlich ist ... Manche Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen, aber ohne Hyperaktivität, sind normalaktiv. Die meisten aber zeigen Ruhelosigkeit, kurzes Aufmerksamkeitsvermögen und geringe Selbstkontrolle. Diese Zeichen unterscheiden sich qualitativ von denen, die man bei Verhaltens- oder Angststörungen sieht. Unaufmerksamkeit wird beschrieben als Unfähigkeit, eine angefangene Aufgabe zu Ende zuführen, leichte Ablenkbarkeit [scheinbare Unaufmerksamkeit] und Probleme [sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die länger andauernde Aufmerksamkeit erfordern].

Impulsivität bedeutet unbedachtes Handeln [kann sich nur schwer mit anderen abwechseln], Schwierigkeiten, eine Aufgabe zu planen, und konstantes Ausweichen von einer Aktivität auf die nächste. Das Kind reagiert besonders leicht mit Impulsivität, wenn es unsicher ist oder eine Aufgabe ihm besondere Aufmerksamkeit abverlangt. Ein hyperaktives Kind kann nicht lange sitzen bleiben bzw. stillsitzen und bewegt sich übertrieben.

. . . Die Diagnose ist oft sehr schwierig. Es gibt keine spezifischen organischen Symptome oder neurologische Hinweise auf die Erkrankung und keinen spezifischen gültigen Test. Die Diagnose kann nur aus dem Verhalten des Kindes in Abhängigkeit von individuellen und äußeren Faktoren gestellt werden. Checklisten und Leitschemata werden zur Einteilung herangezogen, können aber oft zwischen Aufmerksamkeitsstörungen und anderen Verhaltensstörungen nicht unterscheiden. Sie basieren oft auf subjektiven, von wenig ausgebildeten Personen erhobenen Beobachtungen.«

Wie Sie sehen können, herrscht bei ADS und ADHS große Unsicherheit. Sie sind schwer zu diagnostizieren, die Ursache (Ätiologie) ist unbekannt, die Personen, welche die grundlegenden Beobachtungen für die Diagnosestellung liefern, sind oft wenig ausgebildet. Während die Mediziner beschreiben können, wie sich ein Mensch mit ADS verhält, wissen sie nicht genau, was die Ursache ist oder wie es ohne Drogen wie etwa Ritalin zu behandeln wäre. Während Ritalin die Symptome verändern mag, ändert es jedoch nichts an den zugrunde liegenden Problemen.

ADS und Desorientierung

Die allgemeine Definition von ADS ist fast ausreichend: nicht altersentsprechende Unaufmerksamkeit und Impulsivität mit oder ohne Hyperaktivität. Eine Komponente fehlt jedoch: spontane Desorientierung. Desorientierung ist etwas sehr Wichtiges im Leben eines Menschen mit ADS. Sie passiert leicht und oft. Meistens wird sie durch Gefühle ausgelöst, wie Langeweile, Neugier, Verwirrung und Angst.

Bei der Untersuchung der spontanen Desorientierung habe ich herausgefunden, dass es zweierlei auslösende Emotionen gibt: Vermeidung und Hinwendung.

In einer langweiligen Situation würde sich die Person desorientieren, um der Langeweile zu entgehen. Dies würde normalerweise als Tagträumen eingestuft oder aber als Unaufmerksamkeit. Der Schüler ist in Wirklichkeit sehr wohl aufmerksam, aber er widmet sich einer imaginären inneren Welt, die interessanter ist als die reale.

Andererseits könnte es etwas Unerwartetes in der Umgebung geben, etwa eine Bewegung außerhalb des Klassenzimmerfensters. Die dadurch verursachte Neugierde kann eine Desorientierung auslösen, die der Person erlaubt, das unbekannte Ereignis zu untersuchen. Dieses Verhalten wird in Schulen im Allgemeinen als Unaufmerksamkeit oder Ablenkbarkeit eingestuft. Dabei handelt es sich nicht um einen generellen Mangel an Aufmerksamkeit, sie ist nur am falschen Ort.

Durch Hinwendung verursachte Desorientierung kann auch das Gegenteil von Unaufmerksamkeit zur Folge haben. Der Schüler konzentriert sich so sehr auf eine Tätigkeit, dass alles andere in der Umgebung versinkt. Eine Person mit ADS könnte beispielsweise in ein Videospiel desorientieren, in ein Fernsehprogramm oder einen Kinofilm, und zwar so sehr, dass das Gebäude einstürzen könnte, ohne dass sie es bemerkt. Viele Eltern von Kindern mit ADS haben mir berichtet, der Lehrer sage, ihr Kind könne nicht fünf Minuten ruhig sitzen und zuhören. Dennoch können die Eltern dasselbe Kind manchmal stundenlang nicht von einem Videospiel losreißen.

Um ADS wirklich zu verstehen, müssen wir die Entwicklungsvorgänge aus Kapitel 2 mit in Betracht ziehen, in der typische Verhaltensweisen wie Impulsivität, Zwanghaftigkeit und Missachtung der Rechte von anderen beschrieben werden. Wir müssen auch bedenken, wie eine im Augenblick auftretende, spontane Desorientierung Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit und unangemessene Reaktionen auf Gegebenheiten des realen Lebens auslösen kann.

ADS-Verhalten untersuchen

Unsere Auffassung von den direkten und indirekten (entwicklungsbedingten) Wirkungen von Desorientierung liefert für alle Symptome von ADS, egal ob mit oder ohne Hyperaktivität, eine schlüssige Erklärung.

Aufgrund dieses Verständnisses könnten wir den Zustand korrekt als nicht altersentsprechende Unaufmerksamkeit und Impulsivität mit oder ohne Hyperaktivität, begleitet von spontaner Desorientierung definieren.

Die Definition macht deutlich, dass dieses Problem von zwei Seiten aus angegangen werden muss, weil es durch zwei Faktoren ausgelöst wurde: zum einen durch die Entwicklungskomponente, etwa wenn Lektionen aus einer alternativen Realität in das Filtersystem eingebaut werden, zum anderen durch immer wiederkehrende Episoden spontaner Desorientierung.

Insgesamt bedeutet das Korrigieren dieses Problems nichts anderes als das Bemühen, die unerwünschten Verhaltensweisen zu verringern oder abzustellen. Diese Verhaltensweisen sind:

Hyperaktivität: Jemand kann nicht lange sitzen bleiben bzw. stillsitzen, und bewegt sich übertrieben

Hypoaktivität: Sie wird im MSD Manual nicht einzeln aufgeführt, kann jedoch als ADS ohne Hyperaktivität definiert werden. Hypoaktive Kinder werden oft als lethargisch, tagträumend, faul oder antriebslos eingestuft.

Impulsivität: unbedachtes Handeln, Unfähigkeit zu warten, bis man an der Reihe ist, Schwierigkeiten, eine Aufgabe zu planen, konstantes Ausweichen von einer Aktivität auf die nächste.

Unaufmerksamkeit: Unfähigkeit, eine angefangene Aufgabe zu Ende zu führen, leichte Ablenkbarkeit, scheinbare Unaufmerksamkeit und Probleme, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die länger andauernde Aufmerksamkeit erfordern.

Das MSD Manual liefert uns zwar eine Beschreibung von ADS, aber keine Erklärung dafür warum oder wie es entsteht. Wir können nun untersuchen und bestimmen, ob eine symptomatische Verhaltensweise aus dem Entwicklungsaspekt, aus der spontanen Desorientierung oder eben manchmal aus beidem resultiert. Auf diese Art und Weise können wir die Mechanismen von ADS näher unter die Lupe nehmen.

Hyperaktivität und Hypoaktivität

Sowohl Hyperaktivität als auch Hypoaktivität entstehen aus spontaner Desorientierung, da jede Desorientierung von einem veränderten Zeitempfinden begleitet wird. Biomechanisch gesehen ist unser Zeitgefühl ein Produkt der chemischen Reaktionen unseres Gehirns. Einige Studien weisen darauf hin, dass Kinder nur ADS erhöhte Dopamin-Werte haben. Ich denke, dies ist eine direkte Folge der Desorientierung,

Je mehr Dopamin die Synapsen des Gehirns umgibt, desto schneller wird sich unsere innere Uhr bewegen. Umgekehrt verhält es sich genauso: je weniger Dopamin, desto langsamer die innere Uhr. Ist während einer Desorientierung die Dopamin-Produktion chronisch erhöht, wird die innere Uhr des Betreffenden schneller ticken, ebenso umgekehrt.

Unsere Wahrnehmung von Zeit wird durch die Geschwindigkeit unserer inneren Uhr bestimmt. Wenn die innere Uhr schneller wird, scheint die Uhr an der Wand langsamer zu werden und umgekehrt. Mit anderen Worten: Wir haben hier einen Umkehreffekt. Der hyperaktive Mensch, dessen innere Uhr schneller geht, erlebt also mehr Zeit in einer Stunde als die Menschen um ihn herum. Dem hyperaktiven Menschen kommt die Welt zu langsam vor. Umgekehrt kommt dem hypoaktiven (lethargischen) Menschen die Welt entsprechend zu schnell vor

Die Vorstellung, mehr Zeit als andere Menschen zu haben, erklärt die Hyperaktivität allerdings noch nicht ganz. Es gehört noch ein weiteres Puzzlestück dazu: Jede Desorientierung hat dann zur Folge, dass sich die Wahrnehmung des Gleichgewichts und der Bewegung umkehrt. Wenn wir desorientiert sind, fühlen wir uns aus dem Gleichgewicht. Falls wir still sitzen, wenn es passiert dann haben wir das Gefühl, uns zu bewegen, so wie in Kapitel 12 beschrieben. Falls wir uns aber bewegen, wenn die Desorientierung auftritt, dann werden wir uns fühlen, als ob wir still säßen, oder uns schneller oder langsamer bewegten, als es wirklich der Fall ist.

Viele von uns, die regelmäßig desorientieren, haben dafür eine einfache Lösung parat: Indem wir das Entgegengesetzte tun, können wir die Wirkung umkehren. Mit anderen Worten: Wenn wir das Gefühl haben, uns zu bewegen, obwohl wir still sitzen, können wir das Gefühl still zu sitzen erzeugen, indem wir uns ein wenig bewegen.

Wenn wir dies tun, ist uns die Bewegung nicht bewusst und wir brauchen sie auch nicht sichtbar zu machen. Durch Zappeln, Fußwackeln, Fingertrommeln oder andere nervöse Aktivitäten senden wir eine Bewegungswelle durch unseren Körper, die uns das Gefühl gibt, ruhig zu sitzen. Diese Lösung wird von einem Betroffenen meist erst entdeckt, wenn er neun oder zehn Jahre alt ist. Vorher verursacht das falsche Gefühl Körperbewegungen, die dann als der »aktive« Teil der Hyperaktivität gesehen werden. Im Zustand der Desorientierung hat das Kind nämlich ständig das Bedürfnis, sich zu bewegen.

Vor vielen Jahren hatte ich einen Schüler, der extrem hyperaktiv war. Seine Mutter wusste einfach nicht mehr weiter und ich versuchte ihr zu erklären, womit es zusammenhing. Ich sagte ihr, dass es ihrem Sohn tatsächlich übel werden könne, sofern er gezwungen würde, sich ruhig zu verhalten, wenn er desorientiert war. Sie ließ mich wissen, dass sie meine Erläuterung ein wenig weit hergeholt fand. Dennoch willigte sie in ein Experiment mit ihrem Sohn ein, um sich ein Bild von dem zu machen, was ich meinte. Also bastelte ich dem jungen aus Zeitungspapier einen Hut, der absichtlich ein wenig zu klein war. Damit der Hut auf seinem Kopf blieb, musste der junge vollkommen ruhig dastehen. Ich befestigte an der Wand auf seiner Augenhöhe ein beschriebenes Blatt Papier. Seine Aufgabe war es nun, den Hut auf dem Kopf zu behalten, während er bewegungslos dastand und den Text las. Der geschriebene

Text sollte für die Desorientierung sorgen. Nachdem der Hut einige Male heruntergefallen war, schaffte es der junge, etwa die Hälfte des Textes zu lesen, ehe er in einen Eimer erbrach. Nun verstand seine Mutter das Problem.

Die hyperaktive Komponente von ADS ist eindeutig das Produkt von zwei Wirkungen der Desorientierung: zum einen die Beschleunigung der inneren Uhr, zum anderen die Umkehrungen in der Empfindung des Gleichgewichtes und der Bewegung. Das hyperaktive Kind hat wesentlich mehr Zeit, also füllt es sie mit zusätzlicher Aktivität. Hypoaktivität ist die andere Seite der Medaille und hat den gegenteiligen Effekt. Das Kind hat weniger Zeit als andere Menschen, also tut es auch weniger als der durchschnittliche Mensch.

Impulsivität

Impulsivität entsteht hauptsächlich durch die Entwicklungskomponente von ADS, wenn auch nicht vollständig. Die Komponente unbedachtes Mandeln wird durch den in der alternativen Realität gebildeten Begriff der Konsequenz verursacht. Die Unfähigkeit zu warten, bis man an der Reihe ist, wird bedingt dadurch, dass das innere Verständnis der Begriffe Zeit, Reihenfolge und Ordnung fehlt. Dies wurde bereits als aus der Entwicklung kommend definiert. Schwierigkeiten eine Aufgabe zu planen, sind ebenfalls eine typische Folge, wenn die inneren Begriffe Reihenfolge und Ordnung fehlen.

Konstantes Ausweichen von einer Aktivität auf die nächste ist hingegen eher eine Manifestation von spontaner Desorientierung. Wenn ein Kind mehr Zeit zur Verfügung hat als andere um es herum, fühlt es sich durch das Tempo seiner Umwelt schnell gelangweilt. Verbunden mit dem Stimulus zur Bewegung kann dies einen Zustand bedingen, der wie ein zwanghaftes Wechseln zwischen Aktivitäten aussieht. Für das Kind fühlt sich jedoch alles normal an.

Unaufmerksamkeit

In erster Linie ist Unaufmerksamkeit eine Folge von spontaner Desorientierung, aber ganz stimmt das nicht. Die Unfähigkeit, eine angefangene Aufgabe zu Ende zuführen, ist eine interessante Mischung aus Ursachen und Wirkungen. Dabei verursacht die Wirkung von Impulsivität oder konstantes Ausweichen von einer Aktivität auf die nächste, dass Aufgaben nicht zu Ende geführt werden. Wir halten sie hauptsächlich für eine Folge von spontaner Desorientierung, aber sie wird auch durch das entwicklungsbedingte Fehlen der Begriffe Konsequenz, Zeit, Reihenfolge und Ordnung verursacht. Das Kind kann sich vielleicht nicht vorstellen, irgendetwas fertig zu machen, weil dieser Begriff in seiner Welt ganz einfach nicht existiert.

Die Komponente leichte Ablenkbarkeit ist wiederum eine interessante Kombination mehrerer Faktoren. Ein in dieser Art begabtes Kind reagiert bewusster und neugieriger auf die Umwelt als andere Menschen. Ein Kind, das oft gelangweilt ist, lässt sich leicht ablenken. Aber selbst wenn es nicht gelangweilt ist, wird etwas Neues in seiner Umgebung sofort seine Aufmerksamkeit erregen. Selbst wenn das ADS korrigiert ist, wird diese Person bewusster und neugieriger sein als andere, und deshalb wird ihr Verhalten zu einem gewissen Grad bestehen bleiben. Sobald das Kind lernt, mehrere Dinge parallel zu tun, wird es seine Aufmerksamkeit auf zwei verschiedene Interessengebiete gleichzeitig richten können, anstatt ständig von dem einem zum anderen zu springen. Dies wird es dem Lehrer leichter machen, den Schüler dazu zu bringen, ihm zuzuhören, aber die beste Lösung wäre, wenn das, was im Klassenzimmer passiert, das Allerinteressanteste in seiner ganzen Umgebung wäre.

Der Hauptaspekt zur Ablenkbarkeit sind: Probleme, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die länger andauernde Aufmerksamkeit erfordern. Zu diesem Punkt stellt das MSD Manual neue Kriterien vor Konzentration und länger andauernde Aufmerksamkeit. Konzentration wird hergestellt, indem die Aufmerksamkeit auf ein kleines Gebiet oder Unter nehmen begrenzt wird. Anhaltende Aufmerksamkeit bedeutet nichts anderes, als das Interesse aufrechtzuerhalten. Wie bereits erwähnt hat ein Mensch mit ADS keine Schwierigkeiten, aufmerksam zu sein, wenn die Aufgabe oder Aktivität ihn interessiert. Es liegt nicht in der Verantwortung der Schüler, dafür zu sorgen, dass der Unterricht interessant ist, diese Aufgabe obliegt dem Lehrer. Ein breit gefächertes Bewusstsein für die Umgebung wird naturgemäß die Fähigkeit einschränken, sich zu konzentrieren. Ob das gut oder schlecht ist, bleibt Ansichtssache. Ich persönlich halte es für einen großen Vorteil.

Im Gegensatz zu den Ammenmärchen, die über ADS im Um lauf sind, stammt die Theorie vom scheinbaren Mangel an Aufmerksamkeit meist von Lehrern und Ärzten, die den Fehler gemacht haben, die Aufmerksamkeitsverlagerung als einen Mangel an Aufmerksamkeit anzusehen. Dabei hat dieses Kind mehr Aufmerksamkeit zur Verfügung, als es braucht. Es hat sogar so viel davon, dass es sie auf die ganze Umgebung ausbreiten muss.

Tatsache ist, dass Kinder mit ADS so viel an Aufmerksamkeit zur Verfügung haben, dass sie fast alle früher oder später lernen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Sie machen das, indem sie ihre Aufmerksamkeit in zwei oder mehr Segmente teilen, die sie dann scheinbar gleichzeitig auf mehrere Interessengebiete richten. Allerdings müssen sie es von alleine lernen, denn in der Schule wird es ihnen nicht beigebracht.

Ich denke, man sollte den Begriff »Unaufmerksamkeit« neu definieren. Anstatt von der Unfähigkeit, eine angefangene Aufgabe zu Ende zuführen, leichter Ablenkbarkeit, scheinbarer Unaufmerksamkeit und Problemen, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die länger andauernde Aufmerksamkeit erfordern, zu sprechen, könnte man ganz einfach sagen: Jemandem fällt es schwer, bei der Sache zu bleiben. Dieser Wortlaut ist Lehrern gut bekannt und etwas, das wir behandeln können.

Wir haben nun das, was das MSD Manual über ADS sagt, mit einer neuen Theorie über den Ursprung der ADS-Symptome verglichen. Alle grundlegenden Symptome von ADS werden in dem neuen Modell aufgeführt und erklärt. Also macht es Sinn, dass dieser Zustand korrigierbar sein musste.

Wenn man einmal die wahre Natur eines Problems kennt, kann man Strategien entwickeln, um jeden einzelnen Aspekt anzugehen, einen nach dem anderen. Wenn man alle Bestandteile eliminiert hat, hat man effektiv das Problem gelöst.

17. 

Eine Strategie zur Überwindung von ADS und ADHS

 (S. 214-224)

Sobald man die Ursache für ein Problem beseitigt, existiert es nicht mehr. Dieser Satz ist das Fundament unserer Strategie zur Überwindung von ADS und ADHS. Laut der Definition gibt es zwei Ursachen für ADS. Einerseits wird es durch die Entwicklung bedingt, andererseits hängt es mit Desorientierung zusammen. Deshalb müssen wir uns diesem Problem von zwei Seiten aus nähern.

Als Erstes wollen wir einen Arbeitsplan erstellen, der Folgendes umfassen wird: Warum etwas getan werden muss, was getan werden muss und wann es getan werden muss. Die einzelnen Arbeitsschritte sind zur besseren Übersicht mit den entsprechenden Kapitelnummern versehen. Zunächst aber wollen wir ausloten, wie der Weg aus den ADS-Verhaltensweisen heraus aussehen kann.

Die Verhaltensweisen, die näher betrachtet werden müssen, hängen mit Impulsivität, Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität zusammen:

Der Schüler

kann sich nur schwer mit anderen abwechseln,

handelt unbedacht,

kann nicht lange sitzen bleiben beziehungsweise stillsitzen

bewegt sich übertrieben

hat Schwierigkeiten, eine Aufgabe zu planen,

weicht konstant von einer Aktivität auf die nächste aus,

scheint unfähig, eine angefangene Aufgabe zu Ende zuführen,

ist leicht ablenkbar,

wirkt unaufmerksam,

hat Probleme sich auf Aufgaben zu konzentrieren, die länger andauernde Aufmerksamkeit erfordern.

ADS und ADHS beleuchten

Unser Ziel ist es, dem Schüler dabei zu helfen, diese unangemessenen Handlungen oder Verhaltensweisen durch neue zu ersetzen. Das Verhalten eines jeden von uns wird bestimmt durch unsere Identität, unser Selbstbild, das ein Produkt des in Kapitel 2 beschriebenen Filtersystems ist. Es besteht aus wirklichem Wissen, das durch Lebenserfahrung erworben wurde. Die individuelle Wahrnehmung wird ebenso wie unsere Reaktion auf die Umwelt durch den Inhalt dieses Filtersystems beeinflusst. AB das bestimmt das Verhalten eines Menschen. Deshalb muss das Ziel unserer Bemühungen das Filtersystem des Schülers sein.

Hinzufügen und Wegnehmen

Wenn wir den Inhalt eines bereits bestehenden Systems verändern wollen, gibt es dafür theoretisch zwei Möglichkeiten: Wir fügen etwas hinzu oder wir nehmen etwas weg. Da das Filtersystem aus wirklichem Wissen besteht, das schon vorhanden ist, können wir davon nichts wegnehmen. Wenn wir es also verändern wollen, bleibt uns nur übrig, etwas hinzuzufügen. Wir müssen also neues Wissen hinzufügen, welches das alte Wissen verdrängen oder überlagern und so das Verhalten des Schülers ändern wird. Zum Glück erlaubt uns der Lernprozess dies.

Die Herausforderung besteht darin, das neue Wissen an dem vorhandenen Filter vorbeizuschleusen, da dieser natürlich versuchen wird, all das herauszufiltern, was zu dem bereits Bestehenden nicht passt. Dies müssen wir in zwei voneinander getrennten Schritten tun:

Der Schüler muss neues Wissen erlangen, das, einzeln betrachtet, von dem bestehenden Filtersystem nicht als unpassend empfunden wird. Dies bedeutet, wir müssen immer wieder einzelne kleine Teile neuen Wissens unabhängig voneinander hinzufügen. Das lässt sich am besten durch die Begriffsbeherrschung erreichen, die in Kapitel 15 beschrieben wird.

Sobald diese voneinander unabhängigen Teile im System verankert sind, werden sie miteinander verbunden. Dies erreicht man durch das Schaffen einer neuen Ordnung. Wie das geht, wird später in diesem Kapitel beschrieben.

Hierfür verwenden Davis-Legasthenie-Berater ein Verfahren, das hervorragend funktioniert. Es wird hier Schritt für Schritt in der richtigen Reihenfolge beschrieben.

Wie bei jeder anderen Aufgabe auch, ist der erste Schritt die Vorbereitung. Wir müssen uns auf die Aufgaben vorbereiten, die uns erwarten. Indem Sie das hier lesen, haben Sie im Grunde schon damit angefangen, denn Sie sind dabei, alle Informationen, Anweisungen und Werkzeuge zu sammeln, die Sie benötigen werden. Wenn dieser Prozess dann beendet ist, werden Sie als Nächstes Ihren Schüler auf das vorbereiten müssen, was er tun wird.

Grundlegende Werkzeuge anlegen

Der Schüler sollte sich bei diesem Unterfangen kooperativ zeigen. Wenn er nämlich nicht motiviert ist, werden Sie mit dem Verfahren nicht einmal beginnen können. Verwenden Sie zur Unterstützung die Abschnitte über Motivation aus Kapitel 7.

Der Schüler wird zunächst ein Werkzeug brauchen, das ihn dazu befähigt, wirklich aufmerksam zu sein, während Sie ihn durch den Prozess begleiten. Er muss dieselbe wirkliche Umgebung erleben wie Sie, wenn Sie ihn bei seinen Fortschritten unterstützen wollen. Der Schüler muss in einem orientierten Zustand sein, wenn er neues Wissen aufnimmt, deshalb ist es notwendig, dass Sie ihm ein Werkzeug geben, mit dem er seine Desorientierung kontrollieren kann. Verwenden Sie hierzu zunächst die Wahrnehmungsdiagnose (Kapitel 8), damit Sie entscheiden können, welches Orientierungsverfahren sich am besten eignet. Dann führen Sie entweder die Orientierung (Kapitel 9) oder die Ausrichtung (Kapitel 12) durch, je nachdem, welche für Ihren Schüler die richtige ist.

Der Schüler wird etwas brauchen, das es ihm angenehm macht, in der Realität zu verweilen. Das Loslassgefühl (Kapitel 10) wird ihm helfen, Stress und Spannungen abzubauen, während der Energieregler (Kapitel 13) ihm ermöglicht, seine innere Uhr und seine Energiemenge der jeweiligen Situation anzupassen.

Erstes Stadium

Wenn diese Werkzeuge einmal vorhanden sind, können Sie gemeinsam mit Ihrem Schüler das Problem angehen. In diesem ersten Schritt werden Sie Informationen in sein Filtersystem einbauen, die sich von den Erfahrungen unterscheiden, die er bisher im Leben gemacht hat. Um das zu erreichen, wenden Sie das Verfahren der Begriffsbeherrschung an, wie in Kapitel 15 beschrieben.

Folgen Sie der Anleitung in Kapitel 15 und lassen Sie Ihren Schüler die Symbolbeherrschung mit den auf Seite 196 aufgeführten Begriffen ausführen. Halten Sie dabei unbedingt die vorgegebene Reihenfolge ein. Sobald sie in sein Filtersystem eingegliedert sind, können Sie mit den nächsten Schritten beginnen. Helfen Sie dem Schüler nun dabei, die verschiedenen Begriffe zusammenzufügen. Dadurch wird er seine ADS-Verhaltensweisen korrigieren oder überwinden können.

Zweites Stadium

In dieser Phase wollen wir dem Schüler helfen, sein Verhalten und sein Handeln neu zu ordnen, sozusagen eine neue Ordnung in seine verschiedenen Handlungen zu bringen. Dieses Ziel wird erreicht, indem die einzelnen Begriffe des ersten Stadiums nun miteinander verbunden werden.

Die Begriffe individualisieren

Indem der Schüler die neuen Begriffe tatsächlich verwendet, werden sie zu seinen. Soeben hat er die Symbolbeherrschung für das Wort Ordnung abgeschlossen. Als Nächstes soll er erfahren, was es bedeutet, eine Ordnung zu schaffen. Folgen Sie dazu den Schritten, wie sie in Kapitel 16 beschrieben sind. Der Schüler gewinnt durch diese Übungen Erfahrungswissen und entwickelt die Fähigkeit, Ordnung herzustellen.

Nun wollen wir uns mit den verschiedenen Verhaltensweisen beschäftigen. Der Schüler ist also bereit, sein neues Wissen und seine neue Fähigkeit einzusetzen, um sein Handeln neu zu ordnen. Die Grundprinzipien zur Bestimmung und Schaffung einer Ordnung sind die gleichen, ob es dabei nun um Gegenstände oder um Handlungen geht. Die Technik ist natürlich eine andere, aber die Begründungen, Logik und Strategien sind gleich. Das Problem besteht ja darin, dass die bestehende Ordnung in den Verhaltensweisen durch das Selbstbild einer Person bestimmt wird. Die neuen Begriffe werden durch diese Übungen im Filtersystem miteinander verbunden und das wiederum verändert das Selbstbild. Dadurch wird der Schüler befähigt, sein Handeln, sein Verhalten, zu ändern.

Um das zu erreichen, führen Sie mit dem Schüler noch einmal die Schritte der Symbolbeherrschung für den Begriff Konsequenz durch. Dieses Mal verwenden Sie jedoch als Beispiel eine seiner eigenen ADS-Verhaltensweisen. Die Knetfiguren sollen eine Reihenfolge von Ursachen und deren Wirkungen darstellen. Die von ihm geformten Szenen werden zeigen, wie Handlung A zu Handlung B führte und daraus C wurde und so weiter. Die Knetbilder Ihres Schülers müssen zeigen, dass das, was er in der ersten Szene tat, zu der unerwünschten Wirkung in der letzten Szene führte. Anschließend soll er alles beschreiben und erklären.

Sich mit den Ursachen beschäftigen

Zu den Ursachen all der unerwünschten Verhaltensweisen, die mit ADS in Verbindung gebracht werden, zählen Impulsivität, Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität (siehe Liste am Anfang dieses Kapitels). Mindestens eines dieser drei Verhaltensmuster liegt jedem der Verhalten zugrunde, die wir betrachten müssen.

Die Handlung ist etwas Problematisches, das der Schüler tatsächlich tut. Zum Beispiel ein Kind wegschieben, um sich vordrängeln [ 218 ] zu können, unaufgefordert eine Antwort brüllen oder aufstehen und im Raum herumrennen. Wir müssen uns also die tatsächlichen Handlungen eines Schülers vornehmen. Eine Liste solcher Handlungen zusammenzustellen, dürfte Ihnen nicht schwer fallen. Es handelt sich dabei um all das, wofür er geschimpft wird oder was andere Menschen dazu bringt, ihn abzulehnen.

Diese unproduktiven, unsozialen Handlungen sollten durchgearbeitet werden, und zwar eine nach der anderen. Fangen Sie am besten mit solchen an, die einen Bezug zu seiner Motivation haben. Wenn der Schüler mit Ihnen arbeitet, damit andere ihn mögen, dann fangen Sie mit einem Verhalten an, das ganz offensichtlich andere dazu bringt, ihn nicht zu mögen.

Während der Schüler eine Szenenfolge knetet, wird ihm irgendwann bewusst werden, dass seine Handlungen Konsequenzen haben, und zwar Wirkungen, die ihm nicht gefallen. Der kausale Zusammenhang zwischen dem, was er tut, und dem, was ihm nicht gefällt, muss ihm klar werden.

Stellen wir uns vor, ein Kind mit ADS nimmt einem anderen Kind ein Spielzeug weg und das andere Kind fängt an zu weinen.

Die Lehrerin schaltet sich ein und das Kind mit ADS muss das Spielzeug zurückgeben. Danach will das andere Kind nichts mehr mit ihm zu tun haben, nicht einmal mit ihm sprechen. Das Kind muss die Wirkung (der Spielkamerad lässt es links liegen) mit der Ursache (Spielzeug wegnehmen) verknüpfen.

Wenn der Schüler erst einmal sein Verhalten als die Ursache mit der unangenehmen Wirkung verknüpft, die er daraufhin erfährt, wird er bereit und fähig sein, sein Verhalten zu ändern. In Wirklichkeit ändert er sein Filtersystem dahingehend, dass die vorher aufgeführten, grundlegenden Begriffe nun korrekt sind. Im Laufe der Zeit werden diese neuen Begriffe das, was ursprünglich vorhanden war, überlagern und ersetzen. Der Schüler hat die Ursache für die unangenehme Wirkung entdeckt. Er ist bereit, eine neue Ordnung für sein Verhalten zu schaffen.

Jetzt bitten Sie ihn, eine ähnliche Szenenfolge zu kneten, aber er soll mit einem Verhalten beginnen, das die erwünschte Wirkung produzieren wird. Dadurch schafft er sich ein Vorbild für eine Neuordnung seines Verhaltens. Er kann nun ganz klar erkennen, wie er eine erwünschte Wirkung herbeiführen kann, indem er sein Verhalten ändert. Nun kann er dieses neue Wissen in sein Filtersystem einfügen.

Verhalten wird wählbar

jetzt hat der Schüler zwei verschiedene Handlungsmöglichkeiten in seinem Filtersystem. Als Nächstes muss er im wirklichen Leben erfahren, dass sein verändertes Verhalten den gewünschten Erfolg hat. Sobald die Erfahrung dies nämlich beweist, wird das alte Wissen durch das neue verdrängt. Sobald er also eine neue Ordnung für sein Verhalten hergestellt hat, wird das alte Wissen kein dominanter Teil seines Selbstbildes mehr sein.

Führen Sie die genannten Schritte mit einem anderen ADS-Verhalten durch. Wenn Sie damit fertig sind, nehmen Sie sich noch eines vor. Wiederholen Sie die Übung so oft wie nötig. Früher oder später wird der Schüler sich wandeln. Er wird beginnen, sich selbst als die Hauptursache von allem, was er mag oder auch nicht mag, zu [ 220 ] erkennen. Das bedeutet, dass sein Filtersystem sich verändert hat. Er versteht den Begriff Konsequenz nun richtig, was das ursprüngliche falsche Verständnis verdrängt.

Sie werden diese Wandlung erkennen, wenn sie auftritt. Während er eine Szene knetet, die eine unangenehme, negative Wirkung zur Folge haben wird, erklärt er Ihnen , was die alternative Handlung sein müsste. Wenn das passiert, müssen Sie sich um negatives Verhalten nicht länger kümmern. Vertrauen Sie darauf, dass er alle notwendigen Veränderungen von nun an selbstständig vornehmen wird.

Mit dem Eintreten dieser Wandlung haben Sie und der Schüler eine der beiden Hauptursachen des ADS-Problems erfolgreich behandelt.

Desorientierung

Als Nächstes werden wir uns mit der Wirkung der spontanen Desorientierung beschäftigen. Wie ich bereits im dritten Kapitel ausgeführt habe, verursacht oder beeinflusst Desorientierung die Hyperaktivität, Hypoaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit eines Schülers mit ADS.

Sie haben mit der Ausrichtung oder der Orientierung Ihrem Schüler bereits das Werkzeug vermittelt, mit dem er seine Desorientierung korrigieren kann. Wenn Sie alle Anweisungen sorgfältig befolgt haben, sollte der Schüler dieses Werkzeug durch die Feineinstellung jetzt so präzise eingestellt haben, dass er eine optimale Wahrnehmung hat, wenn er es verwendet Mit der Loslassübung hat er darüber hinaus die Möglichkeit, Stress und Spannungen abzubauen. Außerdem sollte er seine Energie und seine Wahrnehmung der Zeit mit dem Energieregler kontrollieren können.

Der Schüler muss wissen, wie und wann er diese Werkzeuge am besten einsetzt, um unangenehme, negative Wirkungen zu vermeiden. Er sollte daher zwei wichtige Dinge verstehen: Er muss die Orientierung oder die Ausrichtung bewusst verwenden, um die Dinge klar sehen zu können, und er muss seinen Energieregler einsetzen, um eine Beziehung zu einer anderen Person oder zu einer Gruppe aufbauen zu können. Der Schüler sollte für die Benutzung dieser Werkzeuge verantwortlich sein. Sie müssen ihm nur dabei helfen, das notwendige Wissen und die Fähigkeit dazu zu erwerben.

Ihre Aufgabe ist es daher, den Schüler zu erinnern und zu ermutigen, diese Werkzeuge zu verwenden. Sie können ihn während der Arbeit bitten, seine Orientierung oder Ausrichtung zu überprüfen, wenn Sie beobachten, dass dies notwendig ist. Sofern seine Energie zu hoch oder zu niedrig für die anstehende Aufgabe ist, sollten Sie ihn fragen, ob sein Energieregler richtig eingestellt sei. Bemerken Sie Stress und Anspannung, sollten Sie ihn fragen, ob es Vielleicht sinnvoll sei, jetzt die Loslassübung zu verwenden. Indem Sie ihn das fragen, anstatt es ihm zu sagen, nehmen Sie ihm die Verantwortung nicht ab. Im Gegenteil, Sie übertragen sie ihm.

Im Wesentlichen sehen wir den Aspekt der spontanen Desorientierung bei ADS als eine negative Wirkung, die durch eine positive Fähigkeit verursacht wird. Wir wollen, dass der Schüler die negativen Wirkungen beseitigt, ohne die positive Fähigkeit einzuschränken. Das geht am einfachsten, wenn die negativen Auswirkungen genauso behandelt werden wie jedes andere Verhalten.

Die Energie kontrollieren

Bei Hyper- oder Hypoaktivität lassen wir den Schüler erneut die Schritte zur Symbolbeherrschung für den Begriff Konsequenz durchlaufen. Dazu soll er zunächst eine Handlung darstellen, die im orientierten Zustand ausgeführt wird, und anschließend eine im desorientierten Zustand. Dann soll er dasselbe mit verschiedenen Energiestufen darstellen. Bitten Sie den Schüler, eine Liste der täglich wiederkehrenden Aktivitäten zu machen und den Energieregler für jede einzelne zu definieren. Er wird vielleicht manche Einstellungen ändern müssen, wenn er sie im wirklichen Leben ausprobiert hat. Doch das ist nur verständlich und zeigt, dass er dieses Werkzeug tatsächlich verwendet.

Die für ADS typische Impulsivität ist, wie bereits erwähnt, hauptsächlich durch die Entwicklung bedingt. Hinzu kommt das konstanten Ausweichen von einer Aktivität auf die nächste. Wir haben dieses Verhalten in Kapitel 3 der Desorientierung zugeschrieben. Es gehört zur Unaufmerksamkeit bei ADS.

Wenn wir uns nun der Unaufmerksamkeit widmen, müssen wir uns klar machen, dass es hier manches gibt, das wir nicht verändern können. Wir haben vielleicht einen Einfluss auf die Häufigkeit, mit der das ein oder andere Verhalten auftritt, aber es zu beseitigen ist nicht nur unmöglich, sondern vor allem auch nicht wünschenswert. Wir können die Intelligenz nicht verringern oder beseitigen und auch nicht die Neugierde, die Kreativität und das breit gefächerte Interesse für die Umwelt. Das geht nur mit Drogen. Möglicherweise werden diese Fähigkeiten sogar verbessert, wenn der Schüler die Werkzeuge einsetzt. Alles in allem sollten wir das begrüßen.

Polieren

Wir haben schon so manches erreicht, was die Beschäftigung mit Verhaltensweisen wie scheint unfähig zu sein, eine angefangene Aufgabe zu Ende zu führen, und mit dem Phänomen des konstanten Ausweichens von einer Aktivität auf die nächste angeht. Indem der Schüler die Begriffe beherrscht, die mit dem Verhalten zu tun haben, wird er eine Vorstellung davon gewinnen, was es heißt, eine Veränderung zu verursachen. Er wird nachvollziehen können, was es bedeutet, etwas zu Ende zu machen. Der Schüler ist nun auch mit den Begriffen Zeit, Reihenfolge und Konsequenz ausgerüstet. Obwohl er vielleicht noch ein wenig üben muss, Ordnung in seiner Umgebung zu schaffen, versteht er doch, dass es der letzte Schritt bei dem Schaffen einer Ordnung ist, dass man eine Aufgabe tatsächlich beendet.

Dieser Schüler wird fähig sein, Aufgaben zu Ende zu führen, selbst wenn nach wie vor Ablenkungen auftreten. Er wird wissen, dass das Ziel einer Handlung darin besteht, etwas zu Ende zu führen.

Trotzdem wird er eine Aufgabe wahrscheinlich nicht vollenden, wenn er nicht die nötige Motivation dazu hat. Gibt ein Lehrer Hausaufgaben auf, ohne die Schüler zu motivieren, sie auch zu machen, beinhaltet das geradezu eine Einladung, sie eben nicht zu machen. Vielleicht kann ein Kind vorübergehend damit motiviert werden, dass der Lehrer es lieber mag, wenn es seine Hausaufgaben macht, doch das wird nicht lange anhalten. Wahrscheinlich werden Sie etwas anderes finden müssen, um Ihren Schüler zu motivieren. Auf jeden Fall wird er nun verstehen, warum er schlechte Noten bekommt.

Beim einem Verhalten wie ist leicht ablenkbar sind bei ADS die spontanen Desorientierungen zu erkennen. Verändertes Verhalten wird hier nicht viel bewirken. Eine Orientierung oder Ausrichtung wird dem Schüler zwar ermöglichen, eine Desorientierung zu beenden, aber sie wird nicht verhindern, dass sie eintritt. Eine gewisse positive Wirkung lässt sich erzielen , indem der Schüler die Symbolbeherrschung für die Konsequenzen der Orientierung und Desorientierung bei bestimmten Tätigkeiten durchführt.

Die Gabe, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu können

Wir dürfen nicht vergessen, dass die angeborene Neugierde immer wieder ablenkende Desorientierungen verursacht. Der Schüler kann das nicht ablegen und er sollte es auch gar nicht ablegen wollen. Mit der Zeit und ein wenig Übung wird er jedoch lernen, seine Aufmerksamkeit bewusst zu verlagern, ohne dabei zu desorientieren.

Nicht jede Verlagerung von Aufmerksamkeit wird durch Desorientierung verursacht. In den meisten Klassenzimmern wird allerdings selbst eine normale Verschiebung des Interesses, die durch Neugier bedingt ist, so eingestuft. Am besten lernt man, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Diese Fähigkeit entwickelt sich von selbst, meistens so im zwölften Lebensjahr. Einem jüngeren Schüler zu sagen, dass dies möglich ist, wäre immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Ich habe keine spezifischen Übungen entwickelt, um den Erwerb dieser Fähigkeit zu unterstützen, aber Sie können ihre Entwicklung vielleicht beschleunigen.

Es gibt jede Menge Spiele, die Sie mit einem Schüler machen können, um diese Fähigkeit zu fördern. Etwa, indem Sie ihn auffordern, sich gleichzeitig den Bauch zu reiben und auf den Kopf zu klopfen. Wenn Sie ihn bitten, einen Satz wörtlich zu wiederholen, während er ein Videospiel spielt oder fernsieht, erweitert das die Grenzen schon deutlich. Wenn Sie Ihr Kind so oft wie möglich herausfordern, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, wird das die Entwicklung seiner diesbezüglichen Fähigkeiten fördern.

Falls Sie diesen Weg mit Ihrem Schüler gehen wollen, sollten Sie bedenken, dass Sie damit möglicherweise einen Geist aus der Flasche befreien. Die Idee gefällt mir, weil ich finde, dass gerade dieser Geist nicht in der Flasche eingeschlossen bleiben sollte.

Dadurch, dass er mehrere Dinge gleichzeitig tun kann, wird der Schüler sich nicht mehr ganz so leicht ablenken lassen. Die tatsächliche Lösung aber wäre eine andere: Das, was im Klassenzimmer stattfindet, müsste das Interessanteste in seiner Umgebung sein.

Das Phänomen hat es schwer, bei der Sache zu bleiben (unsere revidierte Definition für »Unaufmerksamkeit« haben wir uns nun gründlich vorgenommen. Sie haben einen Plan, der Ihnen die Schritte aufzeigt, um mit den Verhaltensweisen von ADS zu arbeiten. Der nächste Schritt lautet: Anfangen. Auf gutes Gelingen!

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